„Association des Employé(e)s de l’Etat“ (AEE) im Dienste der Lehrbeauftragten

26/11/2015

Als alleinige national repräsentative Berufsorganisation aller Angestellten im Staatsdienst fordert die AEE / CGFP die unverzügliche Anerkennung der Diplome der „Chargés“

Die spezifischen Interessen und Besorgnisse der Lehrbeauftragten („Chargés“) standen im Mittelpunkt eines ausgedehnten Meinungsaustauschs der „Association des Employé(e)s de l’Etat“ asbl (AEE / CGFP) mit dem für den öffentlichen Dienst zuständigen Ressortminister Dan Kersch.

Als alleinige (und vom Ministerium der öffentlichen Funktion als solche anerkannt) national repräsentative Berufsorganisation der öffentlichen Angestellten setzt sich die „Association des Employé(e)s de l’Etat“ bereits seit Jahrzehnten recht erfolgreich für die Belange aller Staatsangestellten ein, auch der Lehrbeauftragten und Erzieher. So konnte die AEE im Reformvorhaben wesentliche Verbesserungen für die öffentlichen Angestellten erzielen. Erwähnen wir an dieser Stelle nur die Einführung eines echten Praktikums für Staatsangestellte mit, am Ende der dreijährigen „Stage“-Zeit, einem Abschlussexamen, den Zugang zu Aus- und Weiterbildungsprogrammen, die bislang ausschließlich den Beamten vorbehalten waren, sowie, unter gewissen Voraussetzungen, die Möglichkeit auf eine Verbeamtung nach 15 Dienstjahren.

Dass die von der AEE für alle Staatsangestellten ausgehandelten und nun im Reformvorhaben enthaltenen Verbesserungen, wie die soeben erwähnte Möglichkeit auf eine Verbeamtung oder die konsequente Anwendung von unbefristeten Arbeitsverträgen, nun auch bei den Lehrbeauftragten angewandt werden, ist für die „Association des Employé(e)s de l’Etat“ nur selbstverständlich, sind die „Chargés“ in erster Linie doch Angestellte im Staatsdienst, die uneingeschränkt von den von der AEE erzielten Verbesserungen profitieren sollten.

Knackpunkt bleibt nach wie vor die Anerkennung der Diplome der Lehrbeauftragten. Die Forderung der AEE in dieser Frage ist eindeutig: Wenn für eine bestimmte Laufbahn im öffentlichen Dienst ein gewisses Diplom (in diesem Falle ein „Bachelor“) erforderlich ist und der Kandidat diese schulischen Voraussetzungen erfüllt, muss er – genau wie alle anderen Angestellten im Staatsdienst – auch entsprechend eingestuft werden – dies umso mehr, als im Zuge der Umsetzung der Dienstrechtsreform ja gerade eine „Bachelor“-Laufbahn im öffentlichen Dienst geschaffen wurde. Stützen kann sich die AEE bei dieser Forderung auf ihren Dachverband CGFP, der in dieser Frage dieselbe Haltung einnimmt.

Dass künftig nur noch Lehrbeauftragte mit mindestens einem „Bachelor“-Abschluss eingestellt werden sollen, kann die AEE nur begrüßen, geht es in erster Linie doch darum, unser Bildungswesen auf hohem Niveau zu halten. Gleichzeitig gilt es, „Chargés“, die bereits im Lehrauftrag stehen und über einen Meisterbrief verfügen, dieselbe Einstellung zu garantieren. Lehrbeauftragten, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, stattdessen aber auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken können, muss indes die Möglichkeit gegeben werden, diese Einstufung über den Weg der Anerkennung ihrer beruflichen Erfahrung („validation des acquis professionnels“) oder einer berufsbegleitenden Weiterbildung zu erlangen, ganz nach dem Prinzip: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Im Gegenzug müssten Verbesserungen bei den Lehrbeauftragten auch Anwendung bei allen öffentlichen Angestellten finden.

Entrevue aee - Dan Kersch