CGFP strikt gegen einseitige Belastungen der privaten Haushalte

Im Vorfeld der weiteren Gespräche zwischen Regierung und Sozialpartnern


Mit Befremden nimmt die CGFP die Ankündigung der Regierung, eine Abgabe von 0,5 Prozent auf allen Einkünften von Privatpersonen zu fordern, zur Kenntnis. Auf diese Weise werde die ohnehin jetzt schon ungerecht verteilte Steuerlast zwischen Haushalten auf der einen Seite und Unternehmen auf der anderen Seite noch verstärkt von den Gesellschaften auf die natürlichen Personen („personnes physiques“) übertragen, heißt es.
 
Dass Kinder in der Tat unserer besonderen Fürsorge bedürfen, weil sie die Zukunft darstellen, weiß auch die CGFP. Unseren Kindern und Jugendlichen unabhängig ihrer Herkunft eine gute Bildung und Ausbildung zu ermöglichen, ist und bleibt sicherlich eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Wer die Einführung einer solchen Abgabe allerdings mit der Gestaltung einer bestmöglichen Zukunft für unsere Kinder begründet, kann Unternehmen nicht von einem solchen Kraftakt ausschließen, stehen die jungen Menschen von heute doch auch für die Entwicklung unserer Wirtschaft und somit für den Fortbestand der Betriebe.


Die CGFP erinnert daran, dass heute bereits weit über zwei Drittel der direkten Steuern zu Lasten der privaten Haushalte gehen und nur knapp ein Drittel von den Körperschaften getragen wird. Diese Aufteilung, die sich vor rund zehn Jahren noch in etwa die Waage hielt, hat sich insbesondere in jüngster Vergangenheit mehr und mehr zum Nachteil der privaten Haushalte entwickelt. Angekündigte Maßnahmen wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer, einer indirekten Abgabe, die einzig und allein auf Kosten der Endverbraucher und damit der Privatpersonen geht, tragen sicherlich nicht dazu bei, etwas an diesem Umstand zu ändern. Genau das Gegenteil wird der Fall sein. Einseitige Belastungen der Haushalte schmälern zusätzlich deren Kaufkraft, was wiederum direkte Folgen auf deren Konsumverhalten und somit auch auf Handel und Handwerk haben wird.
 
Gerade vor dem Hintergrund der angekündigten Steuerreform für die Jahre 2016 / 2017 stellt sich die Frage, wer letztlich für die damit beabsichtigten Mehreinnahmen an Steuern aufkommen soll. Die Vermutung liegt nahe, dass auch im Zuge dieser Regierungspläne die Privatpersonen und somit insbesondere die Mittelschicht unverhältnismäßig zur Kasse gebeten werden. Wie sonst sollte man die am Rande der jüngsten Gespräche zwischen Regierung und Sozialpartnern gemachte Äußerung deuten, in den kommenden fünf Jahren bliebe die Steuerlast der Unternehmen unangetastet?
 
Die CGFP jedenfalls wird bei den für kommenden Herbst angekündigten Gesprächen peinlichst genau auf eine paritätische Aufteilung zwischen allen Sozialpartnern achten. Gerade wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht, kann und darf sich keine Partei ihrer Verantwortung entziehen.